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Flensburg: Rechter Brandstifter überführt?

Einleitung

In Flensburg ist im Rahmen einer polizeilichen Öffentlichkeitsfahndung nach versuchten schweren Brandstiftungen in drei Fällen bekannt geworden, dass ein 40-jähriger Tatverdächtiger AfD-Unterstützer oder sogar Mitglied war. Zuvor war er bereits für die Partei „dieBasis“ aktiv gewesen. Dem „Lokalpolitiker“ Daniel Lux werden Farb- und Brandanschläge auf den „Infoladen Subtilus“ sowie auf Parteibüros der Linken, Grünen, SSW, SPD und der CDU vorgeworfen.

Daniel Lux
(Bild: Montage mit Polizeidirektion Flensburg und Thomsen/Foerde.news)

Daniel Lux (Flensburg) in der Fahndung der Polizeidirektion Flensburg und in einem Bericht von Foerde.news.

Vor zehn Jahren soll er bereits beim „Bündnis Deutscher Patrioten“ in Erscheinung getreten sein und trat später namentlich bei Facebook als „KaiserDiazDer3th“ auf. 2024 behauptete Lux im Visier der „Antifa“ in Flensburg zu stehen - sein Auto sei mit Drohungen beschriftet worden - und der Landesvorstand „dieBasis NRW“ forderte den Verfassungsschutz per Pressemitteilung auf ein Verbot der „Antifa“ voranzutreiben. Bei den Flensburger Kommunalwahlen im Mai 2023 traten als deren „Spitzenduo“ Reinhold Majeske (Listenplatz 1) und Daniel Lux (Listenplatz 2) an. 

Vom Listenplatz ist Lux womöglich zum Brandsatz gewechselt. An fünf Parteibüros wurden Deutschlandflaggen aufgesprüht und einige Sticker mit rechten Drohungen geklebt. Die über E-Commerce (Shopify) via „Stickerplant“ vertriebenen Sticker mit der Aufschrift „Gegen den Linksterror“ werden vom Betreiber (Steffen Pawlitzki) passenderweise mit „FCK ANTIFA, FCK GRÜNE, SCHEISS ANTIFA, GEGEN LINKS“ verschlagwortet.

Zu den Angriffen über das Osterwochenende vom 5. bis 7. April 2026 waren Ende Mai Bilder aus einer Überwachungskameras veröffentlicht worden. Gesucht wurde "eine eher kleine Person mit einer geschätzten Körpergröße von etwa 1,70 Metern. Besonders auffällig sei ein etwa 20 Zentimeter langer, geflochtener, dünner Kinnbart, den der Täter zum Zeitpunkt der Tat getragen habe (...) Die Ermittlungen des Staatsschutzes führten bislang nicht zur Identifizierung oder Ergreifung des Tatverdächtigen. Auf Antrag der Staatsanwaltschaft Flensburg hat das Amtsgericht Flensburg daher die Veröffentlichung von Bildern einer Überwachungskamera angeordnet, die den mutmaßlichen Täter an einem Tatort zeigen." - berichtete Foerde.news.1 

Anscheinend entging den Ermittlern bis dahin, das Daniel Lux erst am 11. April 2026 an einem AfD-Infostand auf dem Nordermarkt öffentlich und namentlich in Erscheinung getreten war, um pressewirksam einen AfD-Mitgliedsantrag auszufüllen: "Dass es trotz der Proteste Interesse am Stand gab, zeigte sich nach Angaben der Partei auch vor Ort. Daniel Lux aus Flensburg füllte nach eigenen Angaben einen AfD-Mitgliedsantrag aus. Der 40-Jährige begründete seine Entscheidung vor allem mit seinem Wunsch nach mehr direkter Demokratie." So berichtete nur wenige Wochen vorher ebenfalls Foerde.news mit dem Foto des Mannes mit einem langen, geflochtenen, dünnen Kinnbart.2 

Daniel Lux konnte später dann offenbar doch noch identifiziert und verhaftet werden. Bei ihm wurden laut Presseberichten Molotow-Cocktails und rechte Sticker gefunden. „Stand jetzt ist von einer Unzufriedenheit mit dem politischen System auszugehen, also von einer politischen Motivation“, erklärte Oberstaatsanwalt Bernd Winterfeldt gegenüber dem NDR. 

Der betroffene „Infoladen Subtilus“ stellt hierzu klar: „Auch bei schlecht gebauten Molotow-Cocktails haben die Täter bewusst Menschenleben gefährdet, in dem sie diese auf bewohnte Häuser geworfen haben“.

  • 1

    "Nach Anschlägen auf Parteibüros in Flensburg: Polizei veröffentlicht Täterfotos" von Thomsen / Foerde.news, 29.05.2026 15:39 Uhr. (zulertzt abgerufen 7.11.2026)

  • 2

    "AFD-Infostand gut geschützt: Rund 500 Gegendemonstranten - Hunderschaft der Polizei" von Thomsen / Foerde.news, 11.04.2026 14:29 Uhr (Zuletzt abgerufen am 7.11.2026).