Skip to main content

Messer Angriff durch Neonazi aus III. Weg Umfeld

Einleitung

Der Neonazi Ulrich Cullmann wurde vor dem Landgericht Magdeburg wegen versuchten Totschlags und gefährlicher Körperverletzung zu sieben Jahren und drei Monaten Haft verurteilt. Ulrich Cullmann wurde im Mai 1969 als Ulrich Klöries geboren und war als Neonazi-Akteur bekannt.

Markus Beisicht (mittig stehend mit Brille) und Manfred Rouhs (stehend rechts mit Brille) Anfang der neunziger Jahre bei einer Diskussionsveranstaltung im Kölner Gürzenich. Sitzend davor der ehemalige „Deutsche Liga“-Unterstützer Ulrich Klöries.
Screenshot: ksta.de

Markus Beisicht (mittig stehend mit Brille) und Manfred Rouhs (stehend rechts mit Brille) Anfang der neunziger Jahre bei einer Diskussionsveranstaltung im Kölner Gürzenich. Sitzend davor der ehemalige „Deutsche Liga“-Unterstützer Ulrich Klöries.

Der Artikel „Erst Neonazi-Sticker verklebt, dann zugestochen“ aus der taz und der Text „FAP sticht zu in Magdeburg“ von der „Autonomen Antifa Freiburg“ zeichnen ein Bild von brutaler Gewalt eines langjährigen Neonazi-Aktivisten. Sein Opfer ist ein mittlerweile 81-jähriger Magdeburger, der am 2. September 2025 von Cullmann angegriffen wurde: erst ein Schlag ins Gesicht, dann der Einsatz von Pfefferspray. Weiter schreibt die taz: „Dann habe er ein Messer gezückt. Mit Wucht habe er dieses in den Oberkörper von Wolfgang P. gerammt (...) 15 Zentimeter tief, es traf dessen Lunge.“ Teile der Lunge mussten entfernt werden, das Opfer benötigt zukünftig einen Rollator. Der Täter sagt „nichts zum Vorwurf, dass er einen mittlerweile 81-jährigen Magdeburger beinahe erstach, weil dieser sich über das Verkleben von ein paar Stickern beschwerte. Sticker des III. Wegs, eine der radikalsten Parteien im rechtsextremen Spektrum.“ 

Ulrich Cullmann galt zeitweilig als ein psychisch kranker Alkoholiker: „Schon seit Jahren soll er ein Problem mit Alkohol und Drogen haben. Ein Gutachter soll ihm in der Haft eine Schizophrenie attestiert haben. Daraufhin wurde [Cullmann] von der JVA Burg in ein psychiatri- sches Krankenhaus verlegt.“ Ansonsten ist dieser „Ulrich Cullmann“ ein weitestgehend unbeschriebenes Blatt, doch sein Alter Ego ist ein alter Bekannter. Als „Ulrich Klöries“, was in Akten wiederholt zu „Ulrich Kloeries“ wird, machte der Neonazi Karri- ere: „Schon als Jugendlicher, als Ulrich [Cullmann] noch in Köln lebte und einen anderen Namen trug, trat er nach taz-Recherchen in die (...) NPD ein (...) Er machte bei der ,Freiheitlichen Deutschen Arbeiterpartei‘ (FAP) mit, die 1995 verboten wurde. 1994 war er Kandidat der ,Deutschen Liga für Volk und Heimat‘ bei der Kommunalwahl in Köln. 

In Antifa-Archiven findet sich für das Jahr auch eine Teilnahme von Ulrich [Cullmann] an einem denkwürdigen Aufmarschversuch in Luxemburg. Neonazis wollten dort Hitler-Stellvertreter Rudolf Hess gedenken, auch Szenegrößen wie Siegfried ,SS Siggi‘ Borchardt reisten an (...) Ulrich [Cullmann] aber machte weiter, war später im Kölner ,Bund Nationaler Kameraden‘ aktiv, 1998 handelte er sich bei einem Szenekonzert in Düsseldorf ein Verfahren wegen ,Sieg Heil‘-Rufen ein (...). 

Nach taz-Informationen fiel Ulrich [Cullmann] seit 1991 mehrfach auch wegen Körperverletzungen oder Widerstandshandlungen auf, einmal schoss er einem Mann mit einem Luftgewehr ins Bein. 2009 wurde er in Köln dann gar wegen Mordes zu 15 Jahren Haft verurteilt. Der Anlass war auch hier banal, die Gewalt fürchterlich: Er hatte seine 27-jährige Mitbewohnerin nach einem Streit um 50 Euro mit massiven Schlägen und Tritten gegen den Kopf und Oberkörper attackiert, sie dann mit zwei Messerstichen in die Brust getötet und ihr mit einem Luftgewehr in den Kopf geschossen. Nach dem Mord vergewaltigte [Cull- mann] sein Opfer. Die Staatsanwaltschaft forderte eine lebenslange Haftstrafe. [Cullmann] wurde aber als vermindert schuldfähig erklärt, da er bei der Tat fast drei Promille Alkohol im Blut hatte. Seine Haftstrafe saß er bis Juni 2021 ab. 

Zur Tatzeit des Messerangriffs in Magdeburg stand er noch unter Führungsaufsicht. Zuvor muss Ulrich [Cullmann] zumindest eine Kehrtwende versucht haben. Er nahm nach taz-Informationen in der Haft an einem Aussteigerprogramm des Verfassungsschutzes Nordrhein-Westfalen teil, änderte seinen Namen, zog nach Magdeburg. Von seiner Gesinnung aber löste er sich offensichtlich nicht. Bei seiner Fest- nahme soll die Polizei in seiner Wohnung nicht nur kartonweise Aufkleber und Poster des „III. Weg“ gefunden haben, sondern auch mehrere Messer und Pfefferspray“.


Markus Beisicht (mittig stehend mit Brille) und Manfred Rouhs (stehend rechts mit Brille) Anfang der neunziger Jahre bei einer Diskussionsveranstaltung im Kölner Gür- zenich. Sitzend davor der ehemalige „Deutsche Liga“-Un- terstützer Ulrich Klöries.