(Foto: Grischa Stanjek / democ)
NS-Szene | AIB 133 / 4.2021 | 16.03.2022

Waffenfunde beim „Berserker Clan“

In mehreren Bundesländern durchsuchte die Polizei am 20. Oktober 2021 Wohnungen von Mitgliedern des extrem rechten „Berserker Clans“.

Die Razzien waren in Berlin, Esslingen (Baden-Württemberg), Wiesbaden (Hessen) und mehreren Orten in Schleswig-Holstein erfolgt. Die 15 Beschuldigten sind zwischen 26 und 55 Jahren alt. Bei den Durchsuchungen wurden Schusswaffen, Schreckschusswaffen, Munition, Hieb- und Stichwaffen sowie diverse Drogen sichergestellt.

Rädelsführer der Bruderschaft soll ein 40-jähriger Berliner aus Lichtenberg sein. Hintergrund der Razzien waren Vorbereitungen auf einen „Tag X“, bei dem die Beschuldigten einen bewaffneten Aufstand geplant haben sollen.

Durch einen Zeugen sind die Behörden bereits im Jahr 2020 auf die Gruppe aufmerksam geworden und hatten die Kommunikation der Beschuldigten überwacht. Dabei hätten sie entsprechende Planungen mitbekommen. Den Beschuldigten wird nun Mitgliedschaft in einer kriminellen Vereinigung vorgeworfen.

Auf Facebook inszenierte sich die Gruppierung mit nordischen Symbolen und Wikingerkitsch, postete Beiträge wie „Durch Blutvergießen verkünden uns die Götter ihren Willen“ und drohten mit „Rache voll Grauen und Schrecken“, wobei unklar bleibt wofür.

Einzelne Mitglieder waren zudem bei „Querdenken“-Aufmärschen in Gruppenshirts aufgetreten, unter anderem am 29. August 2020 in Berlin. Nach Medienberichten soll die Gruppe aber zerstritten und nur begrenzt zu gemeinsamen Aktionen in der Lage gewesen sein.