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Extreme Rechte in der DDR

Frank Schumann
Einleitung

Am Abend des 9. November 1989 hockte ich in Potsdam auf einem Podium. Neben mir saßen ein Vertreter der jüdischen Gemeinde, Heinz Vietze – vormals Jugendfunktionär, seit kurzem 1. Sekretär der SED-Bezirksleitung –, einige aufgeregte Jugendliche sowie Offizielle, an deren Namen und Amt ich mich nicht erinnere.

Bild: Screenshot von youtube.com/Spiegel TV

Neonazis traten ab 1989 in der ehemaligen DDR offen auf.

Anlaß der kurzfristig anberaumten Diskussionsrunde, die, wie die meisten in jenen Wochen, in einem überfüllten Saal stattfand, war ein in jeder Hinsicht skandalöser Vorgang: Jugendliche hatten in der Bezirksstadt mit einer Lichterkette an das faschistische Pogrom vor 52 Jahren erinnert. Die Volkspolizei hatte sich etliche Mädchen und Jungen gegriffen und »zugeführt«. Die Begründung war formal-rechtlich korrekt, weshalb man sich ihrer offenkundig bis heute bedient: Die Demonstration war nicht angemeldet worden. Jedoch änderte dies nichts an der beschämende Tatsache, daß eine eindeutig antifaschistische Bekundung von den Exekutivorganen eines antifaschistischen Staates unterbunden worden war. Das vor allem hatte nicht wenige in Potsdam aufgebracht.

Wie ist so was überhaupt möglich, wurde vornehmlich Vietze immer wieder gefragt, denn zu jener Zeit fühlte sich »die Partei« nicht nur für alles zuständig: Sie war es auch. Der Potsdamer Parteiobere mühte sich ehrlich (was wohl auch erklärt, weshalb er noch immer im Brandenburger Landtag sitzt). Er distanzierte sich von diesen Übergriffen, was seiner inneren Überzeugung zu entsprechen schien, und verwies darauf, daß in jeder Uniform auch nur ein Mensch mit Macken stecke. Mit dem Hinweis auf individuelle Besonderheiten hatte er zwar die Lacher auf seiner Seite, zumal man solch offenherzigen Bekundungen von hochrangigen SED-Funktionären bis dato nicht vernommen hatte. Doch jeder, der über den Tellerrand einer Volkspolizei-Schirmmütze hinausdachte, war sich bewußt, daß Vietzes Auskunft zwar nicht falsch war, jedoch nicht den Kern des Problems berührte.

Wir gingen gleichermaßen ratlos wie ermutigt (»Immerhin kann man jetzt darüber reden!«) auseinander. Ich fuhr mit meinem radiolosen Trabant über Teltow und Schönefeld nach Berlin-Mitte, wo die Redaktion der Jungen Welt ihren Sitz hatte. Als ich am Grenzübergang Oberbaumbrücke vorüberfuhr, nahm ich eine große Ansammlung wahr. Ich sah, wie sich Menschen krumm machten und andere auf ihrem Rücken irgendwelche Papiere ausfüllten. In der Redaktion saß die B-Schicht wie immer in ihrem Abteil und gab Meldungen für die Hauptstadtausgabe in Satz, auf dem Fensterbrett dudelte der Schwarzweiß-Fernseher. Ich fragte den B-Chef (der heute im Bundestag arbeitet), ob es etwas Besonderes gäbe und berichtete von meiner Beobachtung an der Brücke. Und der antwortete lakonisch, als teile er mir die Uhrzeit mit: »Die haben die Grenze aufgemacht.«

24 Stunden später saß ich zwischen 0 und 2 Uhr in einem Rundfunkstudio in der Nalepastraße zwischen den Chefredakteuren des DDR-Jugendfernsehens und von DT 64 und durfte live – dies betonte man immer wieder, was wohl die Erstmaligkeit des Vorgangs unterstreichen sollte – über die Konsequenzen der überraschenden Grenzöffnung meditieren. Unablässig wurden vermeintliche oder tatsächliche Hörerfragen hereingegeben. Ich gefiel mir in einer Außenseiterrolle, denn im Unterschied zu den anderen erklärte ich, daß der Mauerfall erstens das Ende der DDR bedeute und zweitens, daß jetzt auch dieser ganze unterschwellige nazistische Rotz hochkäme. In jeder Gesellschaft gäbe es einen braunen Bodensatz, auch in der unsrigen. Wir würden Zeugen eines Vorgangs werden, der vergleichbar wäre mit dem Zug einer Schleuse: Das angestaute Wasser würde hindurchschießen und den ganzen abgelagerten Dreck aufwirbeln, der schon immer, aber bislang unbemerkt, vor und hinter dem Wehr auf dem Grunde lagerte…

Diese Kassandra-Rufe entsprangen ausschließlich meiner Ratio. Emotional sperrte ich mich dagegen. Ich lief noch bis zum 3. Oktober 1990 zu jeder Demo, die sich für die Eigenständigkeit der DDR aussprach, obgleich doch der Drops längst gelutscht war, wie der Berliner sagt. Und jede Neonazischmiererei, jeder Fascho-Aufzug, jeder Heil-Ruf, jeder Haß- und Hetzbrief, der die Redaktion erreichte, wühlten mich trotzdem unverändert auf. Unter den rund 600 Zuschriften, die die Junge Welt täglich erhielt, gab es zunehmend auch solche. Doch das war nicht neu. Nur die Menge überraschte.

Anpassung und Ausbruch

Wer aufmerksam die DDR-Gesellschaft erlebte, dem konnten die stetigen Veränderungen insbesondere in den 1980er Jahren nicht entgehen. Vor allem unter den Jugendlichen. Das lag zwar in der Natur der Biologie. Aber eben nicht nur. Es hatte auch etwas mit dem normierten Dasein zu tun. Wenn ein junger Enthusiast meinte, er wolle der Weltrevolution voranhelfen und darum als Entwicklungshelfer nach Afrika gehen oder sich einer Befreiungsbewegung in Lateinamerika anschließen, hieß es strafend: Deine Barrikade ist die Drehbank! Die Revolution findet im sozialistischen Wettbewerb statt. Das geregelte, gesicherte Dasein war in diesem Alter nicht nur öde, sondern auch lähmend. Die geforderte Anpassung – ein Vorgang, der sich offenkundig wiederholt – provozierte auch den Wunsch nach auffälligen Ausbruch. Und zweifellos lieferte die Welt draußen dafür auch Anregungen, wie das geschehen konnte. Denn trotz Mauer und eingeschränkter Reisemöglichkeit tauchten auch die DDR-Bürger in den globalen Nachrichtenstrom ein.

Diesen Umstand nahmen die DDR-Oberen als ausschließlichen Grund, daß es plötzlich hierzulande auch Punks, Popper, Red-Skins und Glatzen, Faschos und andere bunte Vögel gab. Sie interpretierten dies ausschließlich als Reflex auf auswärtige Entwicklungen, als modische Verirrung Heranwachsender und ungenügende »ideologische Arbeit« des Jugendverbandes. Kurz: als Westimport. Es kam ihnen überhaupt nicht in den Sinn, daß dies sehr wohl auch etwas mit ihrer Politik und der inneren Verfassung der DDR-Gesellschaft zu tun hatte. Die utopische Vision, mit der die Gründergeneration der DDR einst aufgebrochen war – nämlich eine alternative Gesellschaft jenseits von Ausbeutung und Anpassungsdruck, von Bevormundung und Repression zu schaffen – hatte sich spürbar erledigt. Übriggeblieben war eine ums Überleben kämpfende arme Kleinbürgerrepublik, deren Führung glaubte, die reiche kapitalistische Großbürgerrepublik mit deren eigenen Waffen schlagen zu können.

Das war nicht nur illusionär und weltfremd. Es verspielte auch Vertrauen in die Fähigkeit der Führungsmannschaft, das Staatsschiff zu steuern. Die Massenloyalität, von der die DDR in ihren ersten beiden Jahrzehnten durchaus getragen wurde, verlor sich bis zum Ende der 1980er Jahre gänzlich. Das ist in allen Untersuchungen des Leipziger Zentralinstituts für Jugendforschung (ZIJ) dokumentiert. (Nicht grundlos schloß Honecker in den 70er Jahren das andere, beim ZK der SED angebundene Meinungsforschungsinstitut der DDR: Mit empirisch belegten Wahrheiten hatte er Probleme.) Zu dieser Wahrheit gehörte auch: Wie der deutsche Zwilling BRD war die DDR mit den Lasten der Vergangenheit geschlagen. Doch diese wurden noch potenziert mit den Belastungen der Gegenwart. Eigentlich führte die DDR von Anfang an einen Zweifrontenkrieg: gegen den Klassenfeind im Westen und gegen den großen Bruder im Osten. Da blieb zwangsläufig vieles liegen, auch manches, was zur geistigen Hygiene notwendig dazugehörte, was nun heute, nachdem die Schlacht geschlagen und verloren ist, billig konstatiert werden kann.

Das vielleicht größte Manko war eine fehlende Dynamik auf den meisten Politikfeldern, die den Entwicklungen Rechnung trug. Der Reformstau ist nicht nur ein aktueller Begriff. Hinzu kam: Gesellschaftliche Probleme wurden nicht, wie erforderlich, politisch, sondern zunehmend repressiv gelöst. Diese Neigung scheint jedem politischen System innezuwohnen. Zum Versagen der DDR gehörte auch – und mit dieser Aussage sollen keineswegs etwa die beachtlichen Leistungen bei der künstlerischen und wissenschaftlichen Auseinandersetzung mit der Nazidiktatur ignoriert werden –, nicht angemessen auf die Veränderungen reagiert zu haben, die sich zwangsläufig aus der Generationenfolge ergaben. Einem Heranwachsenden in den 1980er Jahren den Faschismus aus der Perspektive eines eingekerkerten antifaschistischen Widerstandskämpfers zu erklären, war so unwirksam und verhängnisvoll wie das Verschweigen, wie man hierzulande nach 1945 mit den Millionen Mitläufern und Mitmachern umgegangen ist.

Denn die ehemaligen NSDAP-Mitglieder lebten nicht nur in Westdeutschland. Zweifellos kamen belastete Nazi- und Kriegsverbrecher in der DDR nicht zu bedeutenden Ämtern und anderen Ehrungen, und jene wenigen, die trotz brauner Vergangenheit eine gesellschaftliche Rolle spielten, räumte man das Recht auf Einkehr und Umkehr, auf eine Änderung der Überzeugung ein. (Diese zweifellos dem Menschen eigene Fähigkeit gestand man scheinbar jedoch nur den in der DDR Lebenden zu.) Antifaschismus als Haltung wurde von Staatswegen gefördert. Es war – anders als in der BRD – Staatsdoktrin und Verfassungsauftrag. Und er wurde von den meisten Menschen in der DDR auch individuell gelebt. Auf der anderen Seite stellte sich die Führung, die mehrheitlich im Widerstand, im KZ, in Zuchthäusern oder im Exil Faschismus und Krieg überlebt hatte, als die Inkarnation des Antifaschismus dar.

Zweifellos verdiente die Tatsache, sich der Barbarei widersetzt und für deren Beendigung gekämpft zu haben, eine größere Beachtung und Würdigung als das Duckmäusertum von Millionen Opportunisten. Doch es entschuldigte nicht die Fehler und Irrtümer, die diese Menschen jetzt machten. Sie benutzten den Antifaschismus gleichsam als ihren Schutzschild, als Monstranz. Wer dagegen opponierte, mußte mit heftiger Reaktion rechnen. An dieser Stelle reagierten sie besonders empfindsam. Das lud zwangsläufig zur Provokation ein. Und davon machten insbesondere Jugendliche zunehmend Gebrauch. Ich widerspreche darum entschieden der heute kolportierten Auffassung, daß die Ostdeutschen besonders anfällig für Nazi-Ideologie gewesen seien, weil sich im Grundsatz das Hitlerreich nur graduell von der Honeckerdiktatur unterschieden habe. Was jenem tradierten Argumentationsmuster entspricht, Kommunisten seien rotlackierte Faschisten. Wie paßt dazu, daß sich unter den in der DDR auffälligen Neonazis auch ausgemachte Antikommunisten mit einem fest umrissenen Weltbild befanden? Der heute von ostdeutschen Neonazis gepflegte positive Bezug auf die DDR bezeugt weniger die Gleichheit der Kappen, sondern dient eher dem gleichen provokativen Zweck wie seinerzeit Hakenkreuz-Schmierereien und Heil-Geschrei. Der repressive Umgang damit offenbart die gleiche Hilflosigkeit und Unfähigkeit der Politik.    

Nebulöser Nationalismus

Und wenn es eben nicht bloße Provokation war? Woher rührten Ausländer- und Fremdenhaß, dieser nebulöse Nationalismus, diese dumpfe Arroganz, die sich auf nichts gründete als auf die Herkunft? Weshalb waren einige plötzlich »stolz«, Deutsche zu sein, ohne auch nur annähernd die eigene wie die Geschichte der Nachbarvölker zu kennen? War dies nur billiger Reflex auf den propagierten Internationalismus, mit dem elegant die Frage umgangen worden war: Wie kann man die Völker der Welt lieben, aber das eigene nicht? Denn das deutsche Volk war gespalten worden von den Siegermächten. Und das wiederum war die Strafe für den Völkermord, den Nazideutschland begangen hatte. Die deutsche Teilung war, wenngleich keineswegs klaglos, in Ost wie West als Strafe der Welt angenommen worden.

Doch anders als in der BRD und der dort betriebenen Westintegration blieb in der DDR mehr als nur ein diffuses Zusammengehörigkeits- und Nationalgefühl bestehen. Zumal man hier bis in die späten 1960er Jahre noch immer in der Nationalhymne sang: »Laß uns dir zum Guten dienen, / Deutschland, einig Vaterland«. Bei allen Abgrenzungsschritten – inklusive des 1961 in Moskau angeordneten Mauerbaus – hielt Berlin an der Option eines Zusammenschlusses, einer Konföderation oder dergleichen, und an der Idee eines Fortbestandes der deutschen Nation fest. Der Bruch erfolgte erst mit Honecker. Der postulierte Mitte der 1970er Jahre die »sozialistische deutsche Nation der DDR«. Doch da hatte bereits die politisch-ideologische Erosion der DDR-Gesellschaft begonnen, die Nummer verpuffte wie so manch andere Propaganda-Blase. Als Journalist bei der Jugendzeitung war ich oft im Lande unterwegs, berichtete von Versammlungen, recherchierte eigene Geschichten, hielt selber Foren ab, ging Anregungen und Beschwerden nach – die damals Eingaben hießen und, vom Gesetz vorgeschrieben, binnen 14 Tagen zu beantworten waren.

Und ich nahm auch an Verfahren teil, in denen über Jugendliche zu Gericht gesessen wurde. Sie waren wegen Rowdytum angeklagt, wegen Störung des sozialistischen Zusammenlebens und dergleichen, was soviel bedeutete: Sie tanzten aus der Reihe. Ich saß als Berichterstatter im Saal und fand bestätigt, was sich in manchem Leserbrief bereits angedeutet hatte. Zwischen jugendlichem Leichtsinn und naivem Unwissen wurden Haltungen sichtbar, die den vorherrschenden politischen Intentionen hierzulande fremd waren. Ungestümer Haß blitzte auf, eine Ablehnung jeglicher Spießbürger-Idylle, die über den üblichen Generationenkonflikt hinausging. Wo kam das her? Der Blick auf die Besucherbänke lieferte die Antwort. Dort saß der Mittelstand: Eltern und Verwandte. Der Mittelbau unserer Gesellschaft: Funktionäre, Staatsdiener, Lehrer, die Honoratioren des Städtchens. Geachtet und geehrt. Am 1. Mai standen sie auf der Tribüne und am 7. Oktober in der Zeitung. In der »Aktuellen Kamera« urteilten sie über unsere Errungenschaften und im »Neuen Deutschland« verurteilten sie in scharfen Worten die jüngsten Verbrechen des Imperialismus.

Sie wußten, was man von ihnen erwartete. Sie waren schließlich gesellschaftliche Wesen. Doch wenn sie die Wohnungstür hinter sich schlossen, waren sie privat. Da hatten sie eine eigene Meinung. Da redeten sie Klartext. Und das bekamen ihre Kinder mit. Doch im Unterschied zu ihren Eltern beherrschten sie die Klaviatur der Heuchelei, der Anpassung und des Opportunismus (noch) nicht. Sie sprachen und handelten auch vor der Tür so, wie es ihre Alten nur dahinter taten. Der Spruch aus den frühen 1970er Jahren, der im Westen bei den Linken kursierte, erlebte seine Renaissance im Osten: Macht kaputt, was euch kaputt macht! Und damit kamen diese Jugendlichen (und nur um solche handelte es sich) zwangsläufig mit den Gesetzen der DDR in Konflikt. Als Rowdies, als Asoziale, als Gewalttäter und so weiter. Nie als Rechte oder Neonazis. Denn der Faschismus galt als mit Stumpf und Stiel ausgerottet. Deshalb gab es auch keine rassistisch motivierten Übergriffe, keine antisemitischen Äußerungen, keine politisch motivierten Attacken auf andere Jugendliche. Es gab nur die stereotypen Deutungsmuster. Ein Aufblitzen »des Faschismus« hierzulande hatte es offiziell nur am 17. Juni 1953 gegeben und am 13. August 1961, als man den »antifaschistischen Schutzwall« in Berlin errichtete.

Mangelnde Auseinandersetzung

Faschismus aber war nicht nur laut Dimitroff »die offene, terroristische Diktatur der reaktionärsten, chauvinistischsten, am meisten imperialistischen Elemente des Finanzkapitals«. Er wohnte rudimentär auch in Hirnen und Herzen von Millionen Menschen und überdauerte die Generationen. Noch Jahrzehnte nach Auschwitz arbeitete mancher gedankenlos »bis zur Vergasung« oder »fiel durch den Rost«. Noch immer war »der Iwan« doof und unkultiviert, klaute der »Zigeuner« und der »Itzik« betrog. Die Generalamnestie, mit der Mitläufer und Mittäter hinübergeholt wurden auf die Seite der »Sieger der Geschichte« (die es objektiv zu keiner Zeit geben wird, was aber mancher Westdeutsche noch immer nicht begriffen hat), war einerseits richtig, aber andererseits auch verhängnisvoll. Es verhinderte die fortgesetzt notwendige, aktive und kritische Auseinandersetzung mit der Vergangenheit in allen Bereichen der Gesellschaft. Dieses Versäumnis sollte sich in der DDR rächen. Und es rächt sich auch heute. Neonazismus ist zu allen Zeiten die Quittung für eine falsche Politik. Es scheint die vermeintliche Alternative, der Ausweg aus einem gesellschaftlichen Dilemma zu sein. Doch der ist eine Sackgasse wie die Losung »Weiter so!«, die die Herrschenden zu allen Zeiten im Munde führen. Egal, welche Fahne auf dem Rathaus weht.             


Frank Schumann, Jahrgang 1951, arbeitete von 1978 bis 1991 bei der Tageszeitung Junge Welt, zuletzt in deren Chefredaktion, seit 1991 Verleger und Publizist.