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Heimattreue Berliner Kulturverwaltung?

Einleitung

Laut eines ZEIT-Artikels vom 26. Februar 2026 ist womöglich ein früherer Protagonist der 2009 verbotenen Neonaziorganisation „Heimattreue Deutsche Jugend“ (HDJ) und der „Alternative für Deutschland“ Mitarbeiter der Berliner Senatsverwaltung für Kultur und Gesellschaftlichen Zusammenhalt.

Senat HDJ Berlin
Bild: Montage AIB mit Foto (groß) von Jörg Zägel - Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0, wikimedia.org

(Symbolbild-Montage für "Heimattreue" Berliner Kulturverwaltung)

Der ZEIT liegen verschiedene Hinweise vor, die den Senatsmitarbeiter Wolf-Gunnar R. und seine Ehefrau mit Organisationen der (extremen) Rechten in Verbindung bringen. In dem ZEIT-Text werden eine personalisierte Geburtsanzeige aus der HDJ-Zeitschrift ,Funkenflug‘ von 2005, wie etwa auch ein Wanderfahrt-Reisebericht in einer Zeitung der Karpatendeutschen aufgeführt. 

Bei polizeilichen Durchsuchungsmaßnahmen der späteren Ehefrau von „Wölfi“ - damals Liane L. aus Berlin/Mecklenburg-Vorpommern - habe die Polizei „umfassendes Schulungs- und Propagandamaterial“ gefunden. Dies sei einem Durchsuchungsprotokoll von 1999 zu entnehmen. Eine staatliche Sicherheitsbehörde habe die Frau demnach einem ,HDJ-Familienkreis Berlin/Brandenburg‘ zugerechnet.

Im Berliner Untersuchungsausschuss „Fördergeld“ war „Wölfi“ kürzlich ein geladener Zeuge, der die Umstände der Vergabe von Millionen Euro für den Kampf gegen Antisemitismus durch den ehemaligen CDU-Kultursenator aufklären soll. 

2016 trat der Senats-Zeuge nach ZEIT-Informationen in die AfD ein. Wegen deren Einstufung als rechtsextremer Verdachtsfall sei er allerdings wieder ausgetreten, ließ er mitteilen. 

Wie andere (frühere) rechte Funktionäre im Berliner Senat war auch er offenbar „korporiert“. Laut einem Bericht der der „Autonomen Antifa Freiburg“ war er „Alter Herr“ der „Sängerschaft Borussia Berlin“ und der „Sängerschaft Germania Aachen“, beide organisiert in der „Deutschen Sängerschaft“.

Ältere Presse-Informationen, die sich in dem „InRuR-Wiki“ finden lassen, erwecken den Eindruck, Wolf-Gunnar R. machte sich mit seinen etlichen Mitgliedschaften nicht nur Freunde in seinem politischen Umfeld. Im Text des FDP-Politikers Hans-Joachim Josewski in der rechten Wochenzeitung „Junge Freiheit“ vom 18. Mai 2001 („Liberale Rechte sorgen für frischen Wind“) wurde dessen angebliche Doppelmitgliedschaft in einem (rechten) FDP- und gleichzeitig einem CDU-Ortsverband beklagt, er sei zudem halbtags bei einer „Senatsbehörde“ beschäftigt gewesen. Der Text blieb nicht folgenlos, denn der Deutsche Presserat rügte die Zeitung für den Hinweis, der genannte Multifunktionär sei zudem ehemaliger Angehöriger der neonazistischen „Wiking Jugend“ und möglicherweise sogar ein Spitzel des Verfassungsschutzes gewesen. Dieser Extra-Hinweis sei ein Verstoß gegen den Pressekodex und eine Verletzung des Persönlichkeitsrechts gewesen.

In Berlin gab es bereits ähnliche Fälle von Beamten aus völkisch geprägten Familien, etwa einen Oberstaatsanwalt aus Brandenburg (Havel), siehe AIB Nummer 146.