HVD-Aktivisten fälschten Unterschriften für die "Deutsche Liga"
Andreas Rossiar, Gründungsmitglied und früherer Chef der 1993 verbotenen »Heimattreue Vereinigung Deutschlands« (HVD), musste sich vor Gericht wegen dem Fälschen von Unterschriften für die "Deutsche Liga" zur Landtagswahl 1992 verantworten.
Der Neonazi-Funktionär Andreas Rossiar (oben links) stand erneut vor Gericht.
1992 zogen ca. 70 Anhänger der HVD durch Reutlingen um Unterschriften für die Zulassung der »Deutschen Liga für Volk und Heimat« (DLVH) zur Landtagswahl zu sammeln. Weil kurz vor Abgabetermin die Listen der legal gesammelten Unterschriften nicht ausreichten, soll die Führungsriege der HVD, die Anweisung zum Fälschen von 50 Unterschriften gegeben haben.
Die Sache flog auf und im September 1996 standen fünf ehemalige HVD-Aktivisten vor der 1. Jugendkamer des Tübinger Landgerichts. Andreas Rossiar und Dirk Plankenhorn, ehemals Führer der HVD, wiesen jede Schuld von sich. Einige anderen Angeklagten belasteten Rossiar jedoch und gaben an, dieser habe Angst um das von der DLVH für die Unterstützung zugesagte Geld, rund 20.000 D-Mark, gehabt. Das Kreuzverhör von Rossiars bekannten Neonazi-Polit-Rechsanwalt Jürgen Rieger aus Hamburg brachte Richter und Staatsanwalt allerdings ins Wanken. Dies ermöglichte die Einstellung des Verfahrens gegen Rossiar gegen Zahlung einer Geldbuße.
Rossiar wurde bereits vom Stuttgarter Oberlandesgericht im »Bewegungsprozess« zu sieben Monaten auf Bewährung verurteilt. Hier wurde die Neonazi-Funktionäre Rossiar, Jürgen Mosler, Christian Malcoci und Michael Swierczek angeklagt, die 1983 verbotene "Aktionsfront Nationaler Sozialisten" (ANS) des 1991 gestorbenen Michael Kühnen fortgeführt zu haben.
Deshalb konnte sein Unterschriften-Verfahren wegen der zu erwartenden niedrigen Strafe vom Landgericht nur ohne Auflagen eingestellt werden. Die anderen Angeklagten im Unterschriften-Verfahren wurden zu Geldbußen von 2.400 D-Mark bzw. 600 D-Mark verurteilt.
1989 stand Andreas Rossiar (damals Pfullingen) noch selbst auf einer Kandidatenliste - fürdie Neonazi-Partei "Freiheitliche Deutsche Arbeiterpartei" (FAP). Gemeinsam mit Martin Pape (Stuttgart), Friedhelm Busse (München), Axel Zehnsdorf (Hattingen), Siegfried Borchardt (Dortmund), Otto-Franz Riehs (Frankfurt/M), Michael Dräger (Grevenbroich), Detlev Brüel (Hamburg), Stefan Mader (Feuchtwangen) und Falko Schüssler (Großostheim) versuchte er die FAP in das Europa-Parlament zu bekommen.