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Rassistischer Mord in Limburg

Foto: Caruso Pinguin/CC BY NC 2.0

Am 23. Oktober 2014 wurde ein 55-jähriger Mann aus Ruanda in einer Obdachlosenunterkunft im Hessischen Limburg von Mitbewohnern brutal zu Tode geprügelt. Die drei Täter schlugen und traten abwechselnd so lange auf ihn ein, dass er wenig später an inneren Blutungen starb.
Mittlerweile liegt ein Handyfoto vor, auf dem zwei der drei Täter im Alter von 22 und 43 Jahren am Tattag mit dem Hitlergruß posierend zu sehen sind. Einer der Tatverdächtigen nahm sich in der Untersuchungshaft das Leben. Obwohl der Mord zur Zeit des Redaktionsschlusses des AIB bereits über einen Monat zurückliegt, lassen sich in der öffentlichen Berichterstattung nur sehr wenige Informationen zum Opfer finden — so sind weder sein Name noch Facetten seiner Biografie bekannt.

Diese Leerstelle in der Wahrnehmung von Obdachlosen als Opfergruppe rechter Gewalt hat Tradition. Von einigen der seit 1990 167 Wohnungslosen (Statistik der „Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe“), die von Tätern außerhalb der Wohnungslosenszene getötet wurden, sind bis heute nicht einmal die Namen bekannt, wie auch Netz-gegen-Nazis berichtet. 28 der Opfer finden sich auch in der Chronik von „Tages­spiegel“ und „Zeit“ zu Todesopfern rechter Gewalt. Am 2. November mobilisierten antifaschistische und antirassistische Gruppen zu einer Demonstration in Limburg unter dem Motto „Rassismus tötet“, an der rund 200 Personen teilnahmen.

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