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Vor Gericht: Mord und Missbrauch aus der (extremen) Rechten

FN Mörder
(Foto: Screenshot lavoixdunord.fr)

Der Franzose Jean-Michel Moulun wurde im Dezember 2024 in Montpellier wegen Mordes zu lebenslanger Haft verurteilt.

Der Fall Moulun

Der Franzose Jean-Michel Moulun wurde im Dezember 2024 in Montpellier wegen Mordes an einer pensionierten Lehrerin, die er im Oktober 2021 in Agde auf grausame Weise ermordete, zu lebenslanger Haft verurteilt. Er zog nun sein Berufungsverfahren zurück, das ursprünglich im November 2026 vor einem Schwurgericht stattfinden sollte. Der ehemalige Profiboxer Moulun aus dem Norden Frankreichs war Kandidat für den extrem rechten „Front National“ (FN) - heute „Rassemblement National“ (RN). 2014 stand er auf einer Kommunalwahlliste in Haumont (Nordfrankreich). Der RN-Verband Nordfrankreichs betonte, der Kandidat habe wegen falscher Angaben bereits 2015 die Partei verlassen müssen.

Der Fall Jäger

In einem Berufungsprozess wegen eines mutmaßlichen Kindesmissbrauchs muss sich ein Priester aus dem Westerwald vor dem Landgericht Koblenz verantworten. Der Angeklagte fiel mit seinen Kontakten in die (extrem) rechte Szene auf. Bereits im März hatte das Amtsgericht Montabaur den katholischen Priester Thomas Jäger zu einer Haftstrafe von acht Monaten verurteilt, die für zwei Jahre zur Bewährung ausgesetzt wurde. 

Auf einer Webseite „pfarrer-jaeger“ berichtet der Beschuldigte über das Verfahren. Deshalb nennt die Berichterstattung seinen Namen. Auf seinem Priesterhandy seien von Ermittlern Hinweise auf den Besuch pornographischer Seiten, als auch eine Ausgabe von „Mein Kampf“ (Adolf Hitler) sowie eine „Liste von inländischen Neonazis“ gefunden worden. 

Öffentlich zu sehen war der Priester mit Vertretern der (extremen) Rechten. Etwa bei „Sommerfesten“ des nunmehr aufgelösten „Institut für Staatspolitik“ in Schnellroda. Von einem Treffen des „Arbeitskreises Christen in der AfD“ seien Fotos des örtlichen AfD-Stadtverband einsehbar, die ihn bei einer Mitgliederversammlung in Mainz zeigen. Ein stellvertretendes Vorstandsmitglied, das an der Veranstaltung teilnahm, wollte auf SWR-Anfrage die Anschuldigungen gegen den Priester nicht kommentieren.