Eschweiler: Neues zu "Europa Vorn"
Manfred Rouhs, ultra-rechter Multifunktionär und Mitglied der Kölner Ratsfraktion der Neonazi-Partei "Deutsche Liga für Volk und Heimat" (DLVH), feierte am 26. Oktober 1996 seinen Einzug in die neuen Verlagsräume seines »Europa Vorn« - Verlags in Eschweiler Dürwiß.
Manfred Rouhs war bereits als Student Funktionär der NPD-Jugend.
Neues zu "Europa Vorn" und Rouhs
Bereits seit April 1996 befinden sich Rouhs und "Europa Vorn" in Eschweiler. Mit ihm feierten nun ca. 250 Neonazis aus dem gesamten Bundesgebiet die neuen Räume. Andere sprachen über eine "10-Jahre-Europa-Vorn"-Feier, was aber dem Gründungszeitraum 1987 bis 1988 widerspricht. In den neuen Verlagsräumen wurde zur "Feier des Tages" trotzdem ein Konzert mit dem Neonazi-Liedermacher Frank Rennicke veranstaltet. Das massive Aufgebot der Polizei ließ die Neo-Faschisten ungestört agieren.
Ganz anders ihr Verhalten gegenüber einer spontanen Gegendemonstration. Die Polizei verhinderte ein Vordringen bis zu den Verlagsräumen mittels Schlagstockeinsatz. Dabei wurde ein Antifaschist verletzt.
"Europa vorn" wurde spätestens 1988 von Manfred Rouhs gegründet und erscheint alle zwei Wochen in einer (angeblichen) Auflage von 5000 Exemplaren. Das Heft fusioniert 1990 mit dem "Badischen Landboten" von Torsten Paproth. Als Neben-Projekte entstanden die "Schülerzeitschrift Hoppla" und ein "Nationales Infotelefon". Sitz des Projektes war bis her Köln.
Die Redaktion setzte sich aus Manfred Rouhs, Hans Rustemeyer, Wolfgang Strauss, Andreas Kudjer und Marcus Bauer zusammen. Autoren waren u.a. Franz Schönhuber, Armin Mohler, Herbert Hupka, Ulli Boldt, Rigolf Hennig, Alfred Schickel, Karl Richter, Ilse Carola Salm, Thorsten Thaler, Reinhold Oberlercher, Michael Walker, Alain de Benoist und Robert Steuckers. Interviewpartner waren u.a. Hans-Helmuth Knütter und Franz Uhle-Wettler.
Wie lange sich Rouhs in Eschweiler noch wohlfühlen wird ist ungewiss. In der Vergangenheit hatten Aktionen gegen die Büros der DLVH und »Europa Vorn« immer wieder zur Kündigung der Räumlichkeiten geführt. Mittlerweile hat sich eine Bürgerinneninitiative »Gemeinsam gegen Neonazis« gegründet, welche Rouhs ungestörtes Arbeiten auf dem Lande ein schnelles Ende bereiten will. Am ersten Treffen der BürgerInnen-Initiative nahmen ca. 100 Menschen aus Dürwiß teil.
Rouhs Ankündigung, die neuen Verlagsräume zu einem »Nationalen Zentrum« auszubauen, wird sich demnach wohl nicht so leicht erfüllen lassen.