Ungarn: Molotowcocktail auf Kinder geworfen
Neonazis in Ungarn
Die Hauptnachrichtensendung Tények (Fakten) von Ungarns Privatfernsehsender TV2 berichtet Anfang Mai 2026 von maskierte Angreifern, welche die Tür einer schlafenden Familie auf einem Bauernhof in Cegléd aufbrachen und „Jetzt werdet ihr sterben!“ schrien. Sie warfen einen brennenden Molotowcocktail in eines der Zimmer, in dem sich die Eltern und ihre acht minderjährigen Kinder befanden.
Den Vater verletzten sie mit einer Motorsense schwer. Die Angreifer, der 59-jährige Zoltán B. und sein 16-jähriger Sohn, seien Mitglieder einer „extremistischen Organisation“ namens "Peacekeepers/Friedenswächter". Der Sender zeigt entsprechendes Bildmaterial. Der ältere Mann, Zoltan B., habe bei der Attacke zudem ‚Polizei!‘ gerufen.
Der Angriff ereignete sich bereits in der Nacht vom 19. April 2026, wurde jedoch erst am 6. Mai 2026 von der lokalen Polizei gemeldet. Es habe einen Konflikt mit dem „Waldbesitzer“ Zoltan B. gegeben.
Die Meldung nennt einen „Überfall in Cegléd“. Das „European Roma Rights Centre“ benennt die Angreifer als Teil einer neonazistischen Gruppe und stellt klar: „Dies war nichts weniger als ein Terroranschlag, ein rassistisch motivierter Überfall auf eine schlafende Roma-Familie“. Das rassistische Motiv sei ideologisch darauf ausgerichtet Roma zu ermorden.
Die Nachlässigkeit der ungarischen Strafverfolgungsbehörden habe es ermöglicht, dass Neonazis bereits eine mörderische Serie von Angriffen auf Roma-Gemeinschaften in Ungarn verübten, bei denen sechs Roma getötet und über 50 weitere verletzt wurden.
Auf dem Grundstück des Hauptverdächtigen fand sich ein Waffenarsenal und Hakenkreuz-Symbolik. Die Polizei leitete Ermittlungen wegen bewaffneten Hausfriedensbruchs und schwerer Körperverletzung mit bleibender Behinderung ein. Zu den weiteren Beschuldigten gehört ein 16-Jähriger aus Nyírbéltek und ein 15-Jähriger aus Hajdúszovát.