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Vom Sprüher zum Terroristen?

Bild: flickr.com/tom_focus/CC BY-NC-SA 2.0

Am 15. Dezember 2002 wurden drei Jugendliche verhaftet, da sie in der Friedrichstraße in Berlin-Mitte den Schriftzug »Lebt den Kaufrausch!« an einen Hauseingang gesprüht haben sollen. Bei der anschließenden Hausdurchsuchung sollen nach Polizeiangaben im Keller eines der Beteiligten »drei selbstgebastelte Spreng- bzw. Brandvorrichtungen« sowie ein Kilogramm Rauchpulver gefunden worden sein. Tatsächlich handelte es sich um harmloses Theaternebelpulver. Ergebnis: U-Haft außer Vollzug. Auf der Suche nach Indizien für eine politische Zugehörigkeit brachten einige Plakate und Aufkleber der Autonomen Antifa Nordost [AANO] Berlin die Beamten auf die Idee, eine Zugehörigkeit zur AANO zu konstruieren. Bereits am nächsten Tag zitierte die Presse eine entsprechende Polizeimitteilung: »Sprengstoff im Keller (...) soll der Antifa Nordost angehören.« Diese Mitteilung ist falsch. Die AANO erklärt dazu, dass sie die »konstruierte Zugehörigkeit« als einen »direkten staatlichen Angriff« auf eine legale antifaschistische Gruppe betrachtet und bittet um praktische Solidarität.

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